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Die Kelter
Obst- und Gartenbauverein Busenbach e. V.  Die Kelter

Das Kelterteam 2015

Die Kinder in den Streuobstwiesen

Die Kelter                                                                                                                        
Die Idee wurde schon 1992 geboren, am Stammtisch des FCB-Clubhauses Albhöhe. Dort ließen Bürgermeister Martin Altenbach und die Ratsmitglieder Klaus Bugger (unser 1. Vorstand) und Wolfgang Reiser eine Gemeinderatssitzung ausklingen. Letzterer lies beiläufig verlauten, dass er sich mit dem Gedanken trage, seine mit den Söhnen betriebene Kelter aufzugeben. Ihnen war der Zeitaufwand einfach zu groß geworden. Martin Altenbach nahm die Chance „seiner“ Vermittlerrolle wahr und schlüpfte in sie hinein. „Es gehe um den Erhalt einer alten bäuerlichen Tradition, über die man bei Feiern nicht nur reden, sondern im Sinne der Tradition auch handeln sollte.“ Klaus Bugger erkannte die nicht wiederkehrende Gelegenheit, alle mit dem Obstbau verbundenen Aktivitäten in unserem Verein bündeln zu können: Von der Beratung über den Verkauf, Pflanz-, Erziehungs-, Sommer und Winterschnitte von Obstbäumen, Düngung, Pflege, Spritzungen bis hin zur Verwertung der Ernte in einer Kelter: Ein lückenloser, beispielloser Kreislauf im gesamten Umkreis. Vor diesem Hintergrund bei Gemeinde und Verein war der Verkauf der Kelter an unseren Verein für Wolfgang Reiser nur noch Verhandlungssache. Diese lockere „Stammtisch-Gesprächsrunde“ wurde übrigens anläßlich der Einweihungsfeier 1995 in einem Sketsch von Klaus Bugger, Josef Dirscherl, Rolf Dreher und Wolfgang Reiser nachgestellt.  Klaus Bugger führte unzählige Einzelgespräche mit Mitgliedern und brachte die notwendige Beschlussfassung auf die Tagesordnung der Generalversammlung am 20.03.1993: Überwältigende Mehrheit.
Das war die Initialzündung für die Ausführung. Selbstverständlich wurden Preis und Vertragsverhandlungen geführt, die am 15.05  in einem Kaufvertrag mündeten, der unsererseits von Klaus Bugger und Kassier Gerhard Müller unterzeichnet wurde. Es wurde ein „sozialer“ Preis, wie beide Seiten betonten; von DM 6000,-- vereinbart, in welchem aber noch vielerlei Ersatz- und Zusatzteile einbezogen waren. Die Mostsaison 1993 und auch 1994 ging noch in den alten Räumlichkeiten bei „Schmieds Theres“ (Anderer) bzw. Klaus Mackert über die Bühne.

Schon bald reifte die Erkenntnis, dass der Standort mitten im Ortsgeschehen in einem Schopf in der Stefanienstraße auf kurze Dauer nicht zu halten ist. Als geradezu ideal sahen wir eine neue Unterkunft bei der alten Dreschhalle mitten in den Streuobstwiesen und abseits vom Verkehr an. Klaus Bugger, als Gemeinderat, ließ nun seine „Vitamine B“ zum Rathaus spielen und fand offene Türen und Arme vor. Der Ausschuss für Umwelt und Technik sagte ebenso zu wie die Fachverbände des Kreises. Die Feinplanung konnte beginnen.
Dem Vorschlag der Gemeinde, die Materialkosten zu übernehmen, wenn der Verein in Eigenarbeit die baulichen Maßnahmen durchführt, wurde auf der Generalversammlung 1994 zugestimmt. Es wurde sogleich eine „Baukommission“ gewählt: Anderer Ewald, Fritz Eberhard, Müller Manfred, Reiser Wolfgang, Schäfer Kurt, Schroth Heinz  und Werner Otto. Sie nahmen fortan auch an fast allen Sitzungen teil. Nun galt es einen Finanzierungsplan auf die Beine zu stellen, in den auch der Landesverband Stuttgart und der Bezirksverein Ettlingen einbezogen werden konnten. Bankverbindlichkeiten mussten nicht eingegangen werden. Mit der Architektur und Bauleitung wurde Dipl. Ing. Helmut Müller beauftragt, der in den gleichen Funktionen auch den Parallel-Neubau der Gemeindegärtnerei betreute.
Zuerst musste im zeitigen Frühjahr der neben der alten Dreschhalle gestandene Schopf abgerissen werden. Für „Grabarbeiten und Schnurgerüst-Einmessung“ gab es am 22.04. den „Roten Punkt“ und am 09.06. den zweiten für den eigentlichen Bau. Von nun an wurde gewühlt was das Zeug hält. Schon Anfang September konnte ein kleines“ internes Richtfest gefeiert werden.

Rechtzeitig, um noch vor dem nahenden Herbst das Dach zuzubekommen und die Innenarbeiten im Trockenen ausführen zu können.
Im Frühjahr 1995 wurde mit dem Abbau der 40 Jahre alten Kelteranlage begonnen. Sie wurde in Einzelteile zerlegt und generalüberholt. Alle Motoren sind neu gewickelt und gelagert worden. Nach dem letztlich erfolgten neuen Anstrich, sah sie aus wie neu.
Der Innenausbau der Kelter hatte nach den neuesten gesetzlichen Verordnungen “lebensmittelecht“ zu erfolgen, was natürlich zu erheblichen Mehrkosten führte.
Über 3000 freiwillige Arbeitsstunden leisteten die fleißigen Hände von Mitgliedern, Freunden und Gönnern. Aber all das trat in den Hintergrund als am 05.10. die Gemeinde und der Verein zu einer kleinen Einweihungsfeier in die Dreschhalle einluden.
Bürgermeister Martin Altenbach und unser 1. Vorstand Klaus Bugger stellten insbesondere den Dank an die ehrenamtlich tätigen Beteiligten in den Mittelpunkt ihrer Dankesreden. „ Hier wurde von einem, relativ kleinen Verein etwas Großes vollbracht“.

Lang war die Liste der zur offiziellen Inbetriebnahme geladenen Gäste. Sie reichte von MdB Klaus Bühler, Werner Schemp vom Landratsamt Karlsruhe, Naturschutzbeauftragter Dr. Siebenbürger bis zum Vorsitzenden des Bezirksvereins Albgau Christoph Ballweg. Martin Altenbach hielt eine Mostrede, in der er bis in biblische Zeiten hinein nachwies, dass der Most ein sehr altes Getränk ist. Er beschrieb auch die über viele Jahrhunderte alten Pressmethoden. Mit einem Sack Mostobst, das rund um den Rathausmarkt gereift war, setzte er „unsere neue Presse“ zusammen mit dem Vorbesitzer der Presse Wolfgang Reiser offiziell in Betrieb.

Der eigentliche Kelterbetrieb spielt sich in der Regel zwischen Mitte September und Ende Oktober ab. Zweimal in der Woche, donnerstags ab 13:00 Uhr und samstags ab 9:00 Uhr wird gemostet. Unsere Dienstleistung wird von Streuobstbauern des gesamten Albtals (von Schielberg bis Ettlingen) und von den Karlsruher Höhenstadtteilen stark frequentiert. Natürlich auch von den Waldbronnern. Bei uns haben sie den Vorteil, ausschließlich den frisch gepressten Saft aus ihrem eigenen Obst zu bekommen. Die Zahl der alteingesessenen und mengenmäßig bedeutenden Obstbauern wird leider immer geringer, weil sie nicht mehr können oder nicht mehr am Leben sind. Einige Junge sind auch nachgerückt. Zudem lassen immer mehr junge Familien mit Kind und Kegel kleinere Mengen sogar Tafelobst vermosten.

Wir selbst lesen tags zuvor auch geringe Mengen an Mostobst, um es dann in Litermengen an die interessierte Bevölkerung zu verkaufen. Dies hat sich herumgesprochen und es wird immer öfter davon Gebrauch gemacht.
Darüber hinaus laden wir jedes Jahr Waldbronner Schulklassen und Kindergärten zum Schaumosten ein, um ihnen an selbst mitgebrachtem Obst quasi als Biologie-Unterricht im Freien die Verwertung der Äpfel und Birnen zu natürlichem Obstsaft zu demonstrieren.                                                                                                                   

 

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